Die SVP weicht aus, lenkt ab und hantiert mit verwirrenden Zahlen. Warum? Weil sie ganz genau weiss: Würde sie offen zugeben, was ihre sogenannte «Nachhaltigkeits»-Initiative wirklich anrichtet, hätte sie an der Urne nicht den Hauch einer Chance.
Diese Vorlage ist kein sanfter Denkzettel, sondern ein radikales Experiment. Sie fordert einen starren Bevölkerungsdeckel und nimmt damit bewusst das Ende der bewährten bilateralen Verträge in Kauf. Mehrere für uns zentrale Abkommen wie Schengen-Dublin oder das Stromabkommen stünden damit faktisch vor dem Aus.
Das Paradoxe daran: Fällt das Dublin-Abkommen, verliert die Schweiz das Recht, Asylsuchende unbürokratisch in die EU-Erstaufnahmeländer zurückzuweisen. Die Folge wäre ein teures Chaos im Asylwesen – genau das Gegenteil von dem, was die Initianten versprechen.
Zudem ignoriert die Initiative die demografische Realität: Die Pensionierung der Babyboomer hinterlässt eine riesige Lücke. Jährlich verlassen rund 20’000 Menschen mehr den Arbeitsmarkt, als junge Berufsleute nachrücken. Ein starrer Zuwanderungsdeckel entzieht unserem Ostschweizer Gewerbe und unseren Spitälern dringend gesuchtes Personal. Gleichzeitig gerät die AHV massiv unter Druck: Wenn immer weniger Erwerbstätige für immer mehr Rentnerinnen und Rentner einzahlen, drohen uns als direkte Konsequenz höhere Abgaben oder schmerzhafte Rentenkürzungen.
Dass die Initianten dieses drohende Chaos hinter Begriffen wie «Mass halten» verstecken, ist schlicht unredlich. In einer geopolitisch so unsicheren Zeit dürfen wir das Fundament unseres Erfolgs- und Sozialmodells nicht mutwillig zertrümmern. Reden wir im Umfeld Klartext über die realen Konsequenzen und sagen wir am 14. Juni: Nein zu dieser extremen Mogelpackung.
Michael Eberli, Räfiserhalde 35, 9470 Buchs
Der SVP-Bumerang führt zu Isolation, Asylchaos und weniger Wohlstand