Die Abschaffung des Eigenmietwerts tritt am 1. Januar 2029 in Kraft. Eigentümerinnen und Eigentümer müssen den Eigenmietwert ihrer selbstgenutzten Liegenschaft ab dann nicht mehr versteuern. Gleichzeitig können aber auch Unterhaltskosten und die Hypothekarzinsen nicht mehr von den Steuern abgezogen werden.
Wenn Sie als Wohneigentümerin und Wohneigentümer also über überschüssige Liquidität verfügen, stellt sich rasch die Frage nach einer Amortisation der Hypothek.
Was sind Amortisationen und welche Auswirkungen haben sie?
Mit einer Amortisation ist in diesem Kontext die (teilweise) Rückzahlung einer Hypothekarschuld gemeint. Bisher entschieden sich viele Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer bewusst dafür, ihre Hypothek nicht oder nur teilweise zurückzuzahlen. Der Grund: Die Hypothekarzinsen konnten vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden und reduzierten damit die Steuerbelastung.
Ab Januar 2029 entfällt dieser steuerliche Vorteil für selbstgenutztes Wohneigentum. Dadurch rückt die Frage in den Vordergrund, ob sich eine schnellere Amortisation für Sie lohnt. Wer seine Hypothek reduziert, senkt langfristig die Zinskosten und erhöht seine finanzielle Unabhängigkeit. Gleichzeitig wird jedoch Kapital im Eigenheim gebunden, das für andere Investitionen oder als Liquiditätsreserve nicht mehr zur Verfügung steht.
Alternativen prüfen
Zuerst sollten Sie also Folgendes prüfen:
- Wie stark reduziert sich Ihre monatliche Hypothekarzinsbelastung durch die Verkleinerung der Hypothek? Wichtig: Festhypotheken können üblicherweise erst nach Ablauf ihrer vertraglich vereinbarten Laufzeit zurückgezahlt werden.
- Welche Alternativen stehen Ihnen für die freien Mittel offen? Je nach persönlicher Situation können andere Verwendungen finanziell attraktiver sein.
Ich rate Ihnen, folgende Alternativen in Betracht zu ziehen:
- Einkauf in die Pensionskasse: Sie können die vorhandene Liquidität nutzen, um Ihre persönliche Altersvorsorge zu optimieren. Insbesondere Einkäufe in die Pensionskasse bieten attraktive Steuervorteile und Renditen, die in der Regel über den mit einer Amortisation erzielten Ersparnissen liegen.
- Vermögen anlegen: Legen Sie Ihr Geld risikogerecht und Ihrem Anlagehorizont entsprechend an. Je nach Anlageprofil ist die dadurch erzielte Rendite höher als die eingesparten Zinskosten auf Ihrer Hypothek.
- Werterhaltende Investitionen: Mit der Abschaffung des Eigenmietwerts können Sie Unterhalts- und Renovationskosten nicht mehr von den Steuern abziehen. Renovationen sind jedoch weiterhin sinnvoll, um den Wert der Liegenschaft zu erhalten.
Ob sich eine Amortisation lohnt, hängt immer von Ihrer persönlichen Situation ab. Prüfen Sie deshalb gemeinsam mit Ihrer Bankberaterin oder Ihrem Bankberater die für Sie passende Lösung.


Eigenmietwert fällt weg: Soll ich meine Hypothek amortisieren?