Eine verwirrende Kommunikation | W&O

Sennwald 20.05.2026

Eine verwirrende Kommunikation

Mirco Keller findet das Gutachten zur Abstimmung über die neue Zweifachhalle in Salez undurchsichtig und das Projekt selbst erachtet er im Vergleich mit anderen Projekten als teuer.

Von Mirco Keller
aktualisiert am 20.05.2026

Die Turnhalle beim OZ Türggenau ist am Ende ihrer Lebensdauer. Dass ein Ersatz nötig ist, bestreitet niemand. Irritierend ist jedoch die Kostenkommunikation der Gemeinde. Im Gutachten werden zwei Varianten zur Abstimmung vorgelegt: die Hauptvorlage – Doppelmehrzweckhalle mit Aussenanlagen – für 28,3 Millionen Franken (inkl. Mehrwertsteuer und Landwert) sowie die Variante ohne Aussenanlagen für 26,97 Millionen Franken. Über diese beiden Beträge stimmt die Bevölkerung ab.

In der öffentlichen Kommunikation tauchen jedoch weitere Zahlen auf: 26,57 Millionen in den FAQ (ohne Mehrwertsteuer und ohne Landwert) sowie 25,21 Millionen als vereinfachte Variante ohne Aussenanlagen. Diese Beträge entsprechen nicht den Abstimmungszahlen.

Für Stimmberechtigte, die sich auf Flyer, FAQ oder Kurzinfos verlassen, entsteht so ein widersprüchliches Bild. Das Gemeindegesetz verlangt jedoch eine klare und vollständige Information, damit die Willensbildung unverfälscht bleibt. Die Baukosten sind im Gutachten nach BKP korrekt ausgewiesen, werden in den Abstimmungsunterlagen jedoch nicht dargestellt. Wer sich nicht durch das umfangreiche Gutachten arbeitet, sieht nur Endzahlen, nicht aber deren Zusammensetzung.

Für ein Projekt dieser Grössenordnung wäre mehr Transparenz zentral. Gemäss FAQ soll die bestehende Turnhalle nach dem Neubau abgebrochen werden. Auf dem frei werdenden Areal soll «künftig Raum für andere schulische Nutzungen entstehen». Die eigentliche Schulraumplanung beginnt jedoch erst nach der Abstimmung, konkrete Projekte oder Kosten liegen nicht vor. Damit bleibt offen, welche Investitionen künftig auf die Gemeinde – und damit auf die Bürgerinnen und Bürger – zukommen.

Ein Blick auf andere Gemeinden zeigt zudem, dass die geplanten Kosten hoch ausfallen: Feldli St.Gallen (2023) kostete 27 bis 30 Millionen inklusive Schulhaus und Einfachturnhalle. Riethüsli St.Gallen (2024) rund 35 Millionen für eine komplette Schulanlage. Buechenwald Gossau (2020) 20 bis 25 Millionen für Erweiterung, Sanierung und Turnhalle. Schwarzenbach SG (2021) ein ganzes Schulhaus mit Turnhalle für unter 25 Millionen. Und Wartau hat 2022 das Schulhaus Rietli mit Einfachturnhalle für rund 24 Millionen realisiert. Trotz Teuerung zeigt der Vergleich, dass andere Gemeinden für komplette Schulhäuser inklusive Sportinfrastruktur ähnliche oder tiefere Beträge ausgeben als Sennwald für eine Doppelhalle.

Ein Nein wäre kein Nein zum Sport und kein Nein zur Schule, sondern ein Nein zu einer Vorlage, deren Kosten im Vergleich hoch ausfallen und deren Kommunikation viele Stimmberechtigte eher verwirrt als informiert.

Mirco Keller, Bifig 19, 9466 Sennwald