Im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens zum Zentrum Grabs habe er zahlreiche Rückmeldungen sowie eine Onlinepetition von 356 Personen erhalten, schreibt der Gemeinderat in seinen aktuellen Mitteilungen. Alle Eingaben, Meinungen und Hinweise seien sorgfältig geprüft worden. An seiner Sitzung vom 22. Juni 2026 habe er dann die Antworten verabschiedet und die nächsten Schritte beschlossen.
Der Masterplan als Wegweiser
Die Vorgeschichte: Im November 2021 sistierte der Gemeinderat den Sondernutzungsplan (SNP) «Zentrum Ost» der Zentrum Grabs Genossenschaft. Als Planungsbehörde wollte der Gemeinderat die Zentrumsplanung grossräumiger und aktiver angehen. Im Frühling 2022 starteten die Arbeiten zusammen mit dem Raumplanungsbüro ERR AG aus St. Gallen. Nach ersten Gesprächen mit den Grundeigentümern folgte eine Online-Umfrage in der Bevölkerung. Die Ergebnisse flossen direkt in die erste Mitwirkungsveranstaltung im September 2022 ein. Die dort gesammelten Ideen halfen mit, fünf räumliche Szenarien zu entwickeln, die im Februar 2023 am zweiten Mitwirkungsanlass diskutiert wurden. Dabei kristallisierten sich zwei Favoriten heraus.
In den Folgemonaten hat sich der Gemeinderat intensiv mit den Varianten befasst. Nach dem Abwägen aller Vor- und Nachteile entschied sich der Gemeinderat für den finalen Masterplan «Zentrum Grabs». Dieser wurde von allen betroffenen Grundeigentümern sehr positiv aufgenommen, sodass der Gemeinderat den erarbeiteten Masterplan im Juli 2023 definitiv verabschiedete.
Erarbeitung mit Zentrumseigentümern
Sobald alle Absichtserklärungen der Zentrumseigentümer vorlagen, wurden auf der Grundlage des Masterplans die Gebiete «Zentrum Ost» (Gebiet Volg) und «Zentrum West» (Gebiet Schreinerei Hilty) gemeinsam mit den Grundeigentümern weiterentwickelt. Für die Umsetzung des Masterplans im Teil «West» wurde das Instrument der Machbarkeitsstudie weiterverfolgt. Die erarbeitete Machbarkeitsstudie zeigt auf, unter welchen voraussetzenden öffentlichen Interessen eine Bebauung der betroffenen Grundstücke umsetzbar ist. Sie dient als Grundlage für die eigentliche Projektentwicklung. Beim «Zentrum Ost» wurde das bestehende Richtprojekt an die neuen Vorgaben des Masterplans angepasst.
Im September 2025 wurden die Machbarkeitsstudie «West» und das bereinigte Richtprojekt «Ost» der kantonalen Fachkommission «Städtebau», einer beratenden Fachkommission des kantonalen Amtes für Raumentwicklung und Geoinformation, vorgestellt. Deren Rückmeldung war durchwegs positiv, sodass am 13. März 2026 an der Infoveranstaltung die Bevölkerung über den Planungsstand informiert wurde, womit gleichzeitig die Mitwirkung startete.
Gemeinderat strebt Umsetzung an
Im Rahmen dieser Mitwirkung sind verschiedene Eingaben eingegangen. Es wurde zudem eine Onlinepetition mit 356 Unterschriften eingereicht. Er habe sich intensiv mit den Inhalten der Mitwirkungseingaben und der Onlinepetition auseinandergesetzt und diese materiell-inhaltlich geprüft und beantwortet, hält der Gemeinderat in seinen Mitteilungen fest.
Themen der aktuellen Mitwirkungseingaben betreffen die Dichte und die Gebäudedimensionen, die Bushaltestelle, das Verkehrsregime und die Verkehrsführung, die Parkierung, die qualitativen Aspekte der Platzgestaltung, die grüne Infrastruktur und generelle Qualitätsansprüche. Viele dieser Punkte kamen bereits in den Mitwirkungsveranstaltungen zur Masterplanung in den Jahren 2022 und 2023 zur Sprache.
Er sei sich bewusst, dass die genaue Gestaltung der öffentlichen Flächen erst noch von spezialisierten Fachbüros zu erarbeiten sei, schreibt der Gemeinderat. Die Qualität der öffentlichen Flächen sei ihm wichtig, betont er. Diese Details seien verständlicherweise aber noch nicht Teil der übergeordneten Planung gewesen.
Da keine neuen, grundlegenden Schwachstellen aufgetaucht seien, wolle er den eingeschlagenen Weg fortsetzen, kündigt der Gemeinderat an. Die Zentrumsentwicklung werde auf Basis der Machbarkeitsstudie «West» und des Sondernutzungsplans «Ost» vorangetrieben. Wo immer möglich und sinnvoll, sollen Rückmeldungen aus der Mitwirkung in die nächste Planungsphase einfliessen.
Echter Mehrwert für Grabs
Nach diesem intensiven und wertvollen Prozess erachtet der Gemeinderat die Zentrumsentwicklung als einen grossen Gewinn für die Allgemeinheit und die Zentrumseigentümer. Mit dem gewählten Vorgehen hätten die verschiedenen Interessen stufengerecht ermittelt und berücksichtigt werden können, hält er fest. Gemeinsam mit der Bevölkerung habe eine solide, tragfähige Grundlage geschaffen werden können. Der Gemeinderat sieht in der heutigen Zentrumsplanung eine grosse Chance für Grabs – für ein lebendiges Zentrum mit attraktiven Geschäften, modernem Wohnraum und hoher Aufenthaltsqualität.
Gemeinderat will Zentrumsentwicklung vorantreiben