Kann man jetzt noch Nein stimmen? | W&O

Sennwald vor 8 Stunden

Kann man jetzt noch Nein stimmen?

Hans Oppliger befürchtet, dass durch den Bau der geplanten Doppel-Mehrzweckhalle in Sennwald die Steuerbelastung langfristig steigen wird.

Von Hans Oppliger
aktualisiert vor 8 Stunden

Die Gemeinde Sennwald steht heute dank Eigenkapital finanziell noch sehr gut da. Nun müssen aber die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in naher Zukunft Entscheide mit weitreichenden Folgen für die Gemeindefinanzen fällen. Der an der Bürgerversammlung vom 30. März präsentierte Finanzplan sieht vor, dass das angesparte Eigenkapital in den nächsten Jahren voraussichtlich jährlich um rund sechs Millionen dahinschmelzen und somit bis 2031 aufgebraucht sein wird.

Als Nächstes steht nun am 14. Juni der Entscheid an, ob in Salez für rund 27 Millionen eine grosszügige Doppelmehrzweckhalle gebaut werden soll. Die Bevölkerung hatte sich im September 2023 dafür entschieden, dass der Gemeinderat diese teuerste Variante ausarbeiten und planen lassen soll.

Ich denke, dass die längerfristigen Konsequenzen damals vielen Leuten nicht klar waren. Neben dieser Investition werden ja bald auch andere Investitionen nötig werden: An der Bürgerversammlung signalisierte die Schulratspräsidentin bereits, dass im Schulbereich künftig mit weiteren Investitionen zu rechnen ist. Zudem stehen auch im Bereich «Wohnen im Alter» grössere Investitionen an.

Wie schon bei der ersten Abstimmung bin ich heute immer noch der Meinung, dass der Bau einer so grossen Doppelmehrzweckhalle für unsere Gemeinde eine grosse Belastung darstellt. Zudem befürchte ich, dass bei zukünftigem Investitionsbedarf der Turnhallen in den andern vier Dörfern der Gemeinde diese aus finanziellen Gründen nicht mehr getätigt und die Turnhallen deshalb geschlossen werden könnten.

Die Bevölkerung muss bei einer Annahme des vorliegenden Bauprojektes der Doppelmehrzweckhalle bereit sein, für die nächsten 30 Jahre einen sehr viel höheren Steuerfuss in Kauf zu nehmen. Die zweite Möglichkeit wäre natürlich, die Gemeinde wieder zu Lasten zukünftiger Generationen zu verschulden. Wollen wir das? Meine Meinung dazu ist klar, und ich bin für ein Nein zu dieser überdimensionierten Vorlage.

Hans Oppliger, Rheinhofstrasse 11, 9465 Salez