Preise schnellen in die Höhe: Der Strom kostet 2023 durchschnittlich 48 Prozent mehr | W&O

31.08.2022

Preise schnellen in die Höhe: Der Strom kostet 2023 durchschnittlich 48 Prozent mehr

Seit August 2021 steigen die Energiepreise in einem historischen Ausmass. Das Elektrizitäts- und Wasserwerk der Stadt Buchs (EWB) muss die anpassen.

Von PD
aktualisiert am 28.02.2023
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Die Lage an den internationalen Grosshandelsmärkten bezeichnet das EW Buchs als aussergewöhnlich. Seit August 2021 steigen die Energiepreise in einem historischen Ausmass. Als Folge davon erhöhen Schweizer Energieversorger ihre Strompreise für Endverbrauchende. Trotz weitsichtiger Planung müsse auch das Elektrizitäts- und Wasserwerk der Stadt Buchs die Strompreise für 2023 anpassen, heisst es in einer Medienmitteilung.

Die Gestaltung der Strompreise ist komplex

Der Strompreis setzt sich in der Schweiz aus drei Komponenten zusammen: erstens aus dem Energiepreis für die gelieferte Energie, zweitens aus dem Transport des Stroms (Netznutzungspreis) und drittens für Abgaben an den Bund und das Gemeinwesen. Die Gründe für die aktuell sehr hohen Energiepreise in Europa und damit auch in der Schweiz seien die zunehmende Nachfrage und das geringere Angebot. Sandro Spescha, Leiter Energie beim EWB, erläutert:
Zurzeit verknappen viele Faktoren das Angebot.
Und weiter: «Die tiefen Wasserstände der Stauseen, die unterdurchschnittliche Verfügbarkeit der französischen Kernkraftwerke, eine zunehmende Ökologisierung, die angespannte geopolitische Lage in Europa verbunden mit hohen Gaspreisen und Kraftwerkausfällen – das alles treibt die Energiepreise auf Rekordhöhe.»

Höhere Netznutzungskosten und steigende Abgaben

Neben den Energiekosten steigen auch die Kosten des Stromnetzes. Wesentliche Treiber dafür sind höhere Kosten des vorgelagerten Stromnetzes, von welchem das EWB abhängig ist und die Abgaben für Systemdienstleistungen von Swissgrid, welche sich für 2023 um 187 Prozent erhöhen, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Als Folge dieser Entwicklungen ist das EWB gezwungen, die Strompreise für das kommende Jahr zu erhöhen. Die Gesamtstromkosten über alle Kundengruppen steigen durchschnittlich, um rund 48 Prozent.
 Strom kann man auf vielfältige Weise sparen: Mit Blick auf das kommende Jahr lohnt sich das finanziell deutlich.
Strom kann man auf vielfältige Weise sparen: Mit Blick auf das kommende Jahr lohnt sich das finanziell deutlich.
Bild: Salvatore Di Nolfi/Keystone
Das EWB rechnet vor: Ein repräsentativer Haushalt in der Schweiz mit fünf Zimmern, Elektroherd und Trockner mit einem Jahresverbrauch von 4500 Kilowattstunden bezahlt künftig monatlich zirka 42 Franken mehr.

Vergütung für Solarstrom erhöht sich

Um die negative Marktsituation abzufedern, plane das EWB langfristig. Der Energieeinkauf vollzieht sich gestaffelt über mehrere Jahre. Die Energie wird zu 100 Prozent erneuerbar aus Wasserkraft, Biomasse, Sonnen- und Windenergie generiert. Unternehmen und Haushalte, die mit einer Photovoltaikanlage eigenen Strom produzieren, profitieren vom Eigenverbrauch und von einer deutlich erhöhten Rückliefervergütung um über 110 Prozent.