Rund 270 Meter Abstand – genügt das wirklich? | W&O

Trübbach vor 2 Stunden

Rund 270 Meter Abstand – genügt das wirklich?

Mehrere Bewohnerinnen und Bewohner im Seidenbaum, Trübbach, sprechen sich für die Abstandsinitiative aus.

Von Silvia Dietschi, Seidenbaum 5, 9477 Trübbach
aktualisiert vor 2 Stunden

Würden Sie, liebe Leserinnen und Leser, nur ca. 270 Meter neben einer Windenergieanlage wohnen wollen? Für einige Bewohnerinnen und Bewohner im Seidenbaum ist klar: Dieser Abstand ist ungenügend. Wir fordern deshalb einen Mindestabstand von 500 Metern – aus Vorsorge, aus Verantwortung und im Interesse unserer Lebensqualität.

Es geht nicht um grundsätzliche Ablehnung von Windenergie. Es geht um den Standort. Um die Nähe zu Wohnhäusern. Um mögliche Belastungen durch Lärm, Infraschall und Schattenwurf. Und es geht um die Frage, wie viel Unsicherheit der Bevölkerung zugemutet werden soll, solange die Auswirkungen nicht abschliessend geklärt sind.

Im betroffenen Gebiet befinden sich zudem zwei grössere Schulzentren (Oberstufenschulhaus und HPZ), die täglich von vielen Kindern und Jugendlichen besucht werden. Entsprechend wird auch hier eine sorgfältige Abwägung der Standortwahl als wichtig erachtet. Hinzu kommt die Sorge um den Wertverlust von Wohneigentum. Verschiedene Studien und Einschätzungen – unter anderem vom Hauseigentümerverband Winterthur – weisen darauf hin, dass Windenergieanlagen in der näheren Umgebung den Immobilienwert beeinflussen können.

Politisch wirft die Situation Fragen auf: In Wartau wird eine Abstandsinitiative abgelehnt, während in Rüthi und Sevelen vergleichbare Anliegen angenommen werden und die Bevölkerung darüber abstimmen kann. Warum gelten in benachbarten Gemeinden unterschiedliche Massstäbe? Und weshalb wird der Bevölkerung in Wartau dieses Mitspracherecht verwehrt? Die Energiewende braucht Akzeptanz. Diese entsteht nicht durch das Übergehen von berechtigten Anliegen, sondern durch transparente Verfahren, faire Regeln und ernst gemeinte Mitsprache. Wir fordern einen angemessenen Abstand – und das Recht, darüber mitzuentscheiden.

 

Silvia Dietschi, Seidenbaum 5, 9477 Trübbach, mit Samuel Kühni und weiteren Bewohnerinnen und Bewohnern im Seidenbaum.