Snowboard-Senior auf dem Podest: Jan Scherrer holt WM-Bronze | W&O

Toggenburg 03.03.2023

Snowboard-Senior auf dem Podest: Jan Scherrer holt WM-Bronze

Jan Scherrer gewinnt nach WM-Bronze 2021 und Olympia-Bronze 2022 auch an der WM in Bakuriani die bronzene Auszeichnung. Nach einem starken ersten Run muss er sich nur von zwei Jungspunden schlagen lassen. Grosser Verlierer ist der Australier Scotty James.

Von Ralf Streule
aktualisiert am 06.03.2023

Sein erster Run war sein bester: Der Toggenburger Jan Scherrer hat an der WM in Bakuriani in der Halfpipe seinen Sprung «Jan-Tonic» gezeigt und damit mit 89,25 Punkten stark vorgelegt.

Erst im dritten von drei Durchgängen wurde er vom Nachwuchs vom Leaderthron gestossen: Der 16-jährige Sieger Chaeun Lee aus Südkorea sowie der 17-jährige Australier Valentino Guseli zogen an ihm vorbei. Der 28-jährige Scherrer auf dem dritten Platz wurde im Vergleich gewissermassen zum Snowboard-Senior.

Scherrer über das Warten im Ziel: «Es war keine schöne Stunde»

Eigentlich hatte Scherrer im dritten Run einen Lauf zum Weltmeistertitel hinlegen wollen, scheiterte aber an einem vergleichsweise einfachen Trick, dem Cab 1080 und musste danach um einen Podestplatz zittern:

Es war keine schöne Stunde. Ich wusste, dass der erste Run nicht perfekt war und sah die Gegner immer näher kommen. Ich war nicht sicher, ob es noch reicht.

Es reichte. Am Ende sagte Scherrer im Schweizer Fernsehen: «Der Jan-Tonic im ersten Run hat es gerichtet.»

Über den dritten Lauf sagte er: «Es hätte ein Weltmeister-Run werden können. Doch vor dem Cab 1080, nach dem zweiten Trick, war ich in eine falsche Position geraten. Leider ist nicht alles aufgegangen, aber den dritten Platz nehme ich noch so gerne.»

Jan Scherrer: «Ich kämpfe gerne gegen die Jungen»

In Peking noch teilte Jan Scherrer seinen Platz auf dem Olympia-Podest mit zwei anderen. Der 24-jährige Olympiasieger Ayumu Hirano war an der WM in Bakuriani nicht angetreten. Und der Australier Scotty James, Scherrers Jahrgänger, ein langjähriger Dominator und in Peking Zweiter, wurde an der WM überraschend nur Sechster.

Kann man von einer Wachablösung im Halfpipe-Snowboard sprechen? «Die Altersspannweite ist mittlerweile riesig, ich vertrete meine Generation und kämpfe gerne gegen die Jungen», sagte Scherrer, der vor einem Jahr Vater wurde.

Und noch etwas deutete er im Interview nach der Siegerehrung an: Auch 2026 erhofft er sich noch eine Olympiateilnahme samt Podest. Noch ist seine Generation nicht verdrängt.