Am Montagabend verunglückte ein 19-Jähriger im Alpstein tödlich. Der junge Mann war mit Freunden im Seealpsee baden, als er aus ungeklärten Gründen unter Wasser geriet und nicht mehr auftauchte. Eine sofort eingeleitete Suchaktion dauerte bis weit in die Nacht hinein, blieb jedoch erfolglos, wie die Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden in einer Mitteilung schreibt.
Am Dienstag konnte der Vermisste vor dem Mittag nach einer umfangreichen Suchaktion durch Spezialisten nur noch leblos geborgen werden. Wie Polizei-Mediensprecher Sandro Meile bestätigt, handelt es sich um einen 19-jährigen Mann mit deutscher Staatsbürgerschaft. Der Verunglückte war nicht in der Ostschweiz wohnhaft gewesen.
Gemäss Meile hatte die Suchaktion am Montagabend bis nach Mitternacht angedauert. Die Suche wurde dann wegen der Dunkelheit abgebrochen und frühmorgens am Dienstag wieder aufgenommen. Die Todesursache sowie der genaue Unfallhergang werden durch die Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden unter der Leitung der Staatsanwaltschaft abgeklärt.
Im Einsatz standen rund 40 Angehörige verschiedener Organisationen: Spezialisten der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG), Polizeitaucher der Kantonspolizei St.Gallen, die Rega, Mitarbeiter des Careteams, die Alpine Rettungskolonne Appenzell sowie die Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden. Zusätzlich waren die Alpine Air Ambulance sowie das Institut für Rechtsmedizin aus St.Gallen im Einsatz.
In 53 Jahren noch keinen tödlichen Badeunfall erlebt
Erste Einsatzkräfte hatten den Unfallort auf der Seealp am Dienstagmorgen gegen 11.15 Uhr verlassen. Zum Unfall durften sie zu diesem Zeitpunkt noch keine Angaben machen.
Anders zwei Wanderer, die sich zu dem Zeitpunkt ebenfalls auf den Weg ins Tal gemacht hatten. Von der Terrasse eines der beiden Restaurants aus hätten sie gesehen, wie zwei Taucher etwas aus dem Wasser gezogen und in einen grossen Sack gelegt haben. «Vermutlich war das ein Leichensack.» Die Rettungskräfte hätten von einem Motorboot aus agiert. Die Polizei habe den Weg rund um die Fundstelle abgesperrt, sodass keine Schaulustigen die Bergung stören.
Gegen 11.45 Uhr holten die Rettungskräfte auf der Seealp das Motorboot der SLRG Wasserrettung aus dem See. Die Polizei war vor Ort, sowie die Wasserrettung und vier Männer, die T-Shirts mit dem Aufdruck «Taucher» trugen. Fragen zur Bergung beantworteten sie nicht.
Auf der hinteren Seite des Sees ist die Alp von Marie-Louise Zürcher. Dort ungefähr wollen die beiden Augenzeugen die mutmassliche Bergung beobachtet haben. Zürcher bestätigt dies. Sie sagt, vier junge Erwachsene hätten am Montagabend bei ihr angefragt, ob sie hinter der Alp zelten dürften. Unter ihnen war laut Zürcher der 19-jährige Verunglückte. Die Gruppe sei sehr anständig gewesen, habe Deutsch und Englisch gesprochen.
Gegen 19 Uhr seien die vier Freunde an ihrer Alp vorbei in Richtung See gelaufen, sagt Zürcher. Wenig später seien zwei davon wieder zurückgekehrt. Dann habe sie vom See her laute Schreie gehört. Die beiden jungen Erwachsenen seien sofort zum See zurückgeeilt. Nahe der Unfallstelle befand sich laut Zürcher ein Ruderboot einer anderen Gruppe. Eine Person habe umgehend die Rega informiert. Auch die Polizei sei sehr schnell vor Ort gewesen. Etwas später kam dann laut der Älplerin ein weiterer Helikopter, der Taucher auf die Seealp brachte.
Die Rettungsaktion habe bis spät in die Nacht angedauert. Erst nach Mitternacht sei die Polizei mit den drei anderen Jugendlichen abgezogen. Am frühen Dienstagmorgen ging die Rettung laut Zürcher weiter. Dieses Mal mit einem Motorboot. Systematisch hätten die Taucher den ganzen See abgesucht. Mit Erfolg. Es habe nicht lange gedauert, bis sie den jungen Mann gefunden haben. Die Bergung selbst habe sie nicht gesehen. Die Polizei habe den Weg abgesperrt.
Der Schock ist Zürcher anzusehen. «Seit 53 Jahren bin ich hier. So etwas ist noch nie passiert.» Es sei einfach nur tragisch. Zürcher glaubt, dass der Schock auch bei den Touristen eine Weile andauern werde. An Sonntagen sei es hier oben auf der Seealp schlimmer als in einem Freibad. An diesem Dienstag aber sind nur ganz wenige Schwimmerinnen und Schwimmer im See.
Update: 19-jähriger Schwimmer im Seealpsee ertrunken