Seit Montagabend wurde im Seealpsee ein 19-jähriger Schwimmer vermisst. Der junge Mann war mit Freunden im Seealpsee im Alpstein schwimmen, als er aus ungeklärten Gründen unter Wasser geriet und nicht mehr auftauchte. Eine sofort eingeleitete Suchaktion dauerte bis weit in die Nacht hinein, blieb jedoch erfolglos, wie die Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden in einer Mitteilung schreibt. Am Dienstagmorgen wurde die Suche wieder aufgenommen.
Im Einsatz standen Spezialisten der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG), Polizeitaucher der Kantonspolizei St.Gallen, die Rega, Mitarbeiter des Careteams, die Alpine Rettungskolonne Appenzell sowie die Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden.
In 53 Jahren noch keinen tödlichen Badeunfall erlebt
Am Dienstag fahren um 11.15 Uhr je ein Fahrzeug der alpinen Rettung und der Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden in Richtung Wasserauen. Angaben zum Unfall dürfen sie keine machen. Anders zwei Wanderer, die sich ebenfalls auf den Weg ins Tal gemacht haben. Von der Terrasse eines der beiden Restaurants aus haben sie eigenen Angaben zufolge gesehen, wie zwei Taucher etwas aus dem Wasser gezogen und in einen grossen Sack gelegt haben. «Vermutlich war das ein Leichensack.»
Die Rettungskräfte hätten von einem Motorboot aus agiert. Die Polizei habe den Weg rund um die Fundstelle abgesperrt, sodass keine Schaulustigen die Bergung stören.
Etwas später, gegen 11.45 Uhr, holen die Rettungskräfte auf der Seealp das Motorboot der SLRG Wasserrettung aus dem See. Die Polizei ist vor Ort, sowie die Wasserrettung und vier Männer, die T-Shirts mit dem Aufdruck «Taucher» tragen. Auskunft zur Rettung machen sie keine.
Auf der hinteren Seite des Sees ist die Alp von Marie-Louise Zürcher. Dort ungefähr wollen die beiden Augenzeugen die mutmassliche Bergung beobachtet haben. Zürcher bestätigt dies. Vier junge Erwachsene haben gestern Abend bei ihr angefragt, ob sie hinter der Alp zelten dürfen. Unter ihnen war laut Zürcher der 19-jährige Vermisste. Die Gruppe sei sehr anständig gewesen, habe Deutsch und Englisch gesprochen.
Gegen 19 Uhr seien die vier Freunde an ihrer Alp vorbei in Richtung See gelaufen, sagt Zürcher. Wenig später seien zwei von ihnen zurückgekehrt. Dann habe sie vom See her Schreie gehört, sagt Zürcher. Die beiden jungen Erwachsenen seien sofort zum See zurückgeeilt. Nahe der Unfallstelle befand sich laut Zürcher ein Ruderboot einer anderen Gruppe. Eine Person habe umgehend die Rega informiert. Auch die Polizei sei schnell vor Ort gewesen. Etwas später kam dann laut der Älplerin ein weiterer Helikopter, der Taucher auf die Seealp brachte.
Die Rettungsaktion habe bis spät in die Nacht angedauert. Erst nach Mitternacht sei die Polizei mit den drei anderen Jugendlichen abgezogen. Heute früh dann ging die Rettung laut Zürcher weiter. Diesmal mit einem Motorboot. Systematisch hätten die Taucher den See abgesucht. Mit Erfolg. Es habe nicht lange gedauert, bis sie den jungen Mann mutmasslich gefunden haben. Die Bergung selbst habe sie nicht gesehen. Die Polizei habe den Weg abgesperrt.
Der Schock ist Zürcher anzusehen. «Seit 53 Jahren bin ich hier. So etwas ist noch nie passiert.» Es sei einfach nur tragisch. Zürcher glaubt, dass der Schock auch bei den Touristen eine Weile andauern werde. An Sonntagen sei es hier oben auf der Seealp schlimmer als in einem Freibad. Heute aber sind nur ganz wenige Schwimmerinnen und Schwimmer im See.
Update: 19-jähriger Schwimmer im Seealpsee vermisst – Rettungskräfte ziehen sich zurück