Wie wirken sich Klimaänderungen und damit verbundene Wetterlagen auf mögliche Hochwasser am Alpenrhein aus? Diese Frage stand im Zentrum der 50. Sitzung der Internationalen Regierungskommission Alpenrhein (IRKA), die kürzlich in Au stattfand.
Letztmals liess die IRKA im Jahr 2000 eine Studie zur Hydrologie am Alpenrhein verfassen, die Niederschlags- und Abflussszenarien beinhaltete. Seither hat sich das Klima weiter erwärmt, und die wissenschaftlichen Grundlagen zu den Szenarien und Folgen des Klimawandels werden laufend optimiert.
Vor diesem Hintergrund und auf Basis einer von MeteoSchweiz präsentierten Vorstudie hat die IRKA ein Projekt mit einer Laufzeit von drei Jahren in Auftrag gegeben, das Anfang 2027 starten soll und die Folgen des Klimawandels auf künftige Hochwasserereignisse am Alpenrhein aufzeigen soll. Ziel ist dabei, mit den aktualisierten Erkenntnissen den Hochwasserschutz weiter verbessern und verfeinern zu können.
Aktionsplan 2030+ auf Basis des Entwicklungskonzepts
Bereits seit 2005 besteht zudem das gemeinsam erarbeitete Entwicklungskonzept Alpenrhein (EKA). Auf dessen Grundlage wird derzeit ein Aktionsplan 2030+ für die kommenden Jahre ausgearbeitet, der aktuelle Entwicklungen berücksichtigt, insbesondere neue gesetzliche Vorgaben und bisher bekannte Auswirkungen des Klimawandels. Die IRKA hat an ihrer Sitzung vom Stand der Arbeiten Kenntnis genommen. Das aktualisierte Entwicklungskonzept Alpenrhein mit dem Aktionsplan 2030+ wird voraussichtlich noch im Lauf dieses Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Fische: Mehr Arten, aber viel zu wenige von ihnen
Ebenfalls Kenntnis genommen hat die IRKA von der jüngsten Untersuchung zum Fischbestand im Alpenrhein, deren Ergebnisse seit Kurzem vorliegen. Sie bestätigt die Ergebnisse der drei in den Jahren 2005, 2013 und 2019 durchgeführten fischökologischen Monitorings: Laut dem aktuellsten Monitoring von 2025 ist der Fischbestand im Alpenrhein nach wie vor deutlich zu gering.
Im Vergleich zum letzten Monitoring 2019, das einen Tiefststand markierte, gibt es in einzelnen Bereichen immerhin leichte Verbesserungen. Insgesamt wurden 20 Fischarten nachgewiesen, die höchste bisher ermittelte Artenzahl. Bei einem Grossteil der Fischarten besteht weiterhin dringender Handlungsbedarf.
Länderübergreifend zusammenarbeiten
Die Internationale Regierungskommission Alpenrhein wurde 1995 auf Basis einer Kooperationsvereinbarung Alpenrhein gegründet, um länderübergreifend wasserwirtschaftliche Grundlagen und Konzepte für das Wassermanagement auf den 91 Kilometern des Alpenrheins zwischen dem bündnerischen Reichenau und der Einmündung in den Bodensee zu befinden. Insbesondere gilt es, die Hochwassersicherheit und die sparsame und umweltverträgliche Nutzung von Raum und Ressourcen zu gewährleisten sowie die Naturwerte am Alpenrhein zu erhalten und zu mehren.
Die Kommission besteht aus Vertretungen der Regierungen des Fürstentums Liechtenstein, des Landes Vorarlberg sowie der Kantone Graubünden und St.Gallen. Einmal im Jahr (anfangs zweimal jährlich) treffen sich die Mitglieder zu einer Kommissionssitzung, und alle zwei Jahre wechselt der Vorsitz. An der Sitzung in Au hat die bisherige Vorsitzende, die liechtensteinische Regierungschefin-Stellvertreterin Sabine Monauni, das Zepter an den Vorarlberger Landesrat Christian Gantner übergeben. (pd)
Hinweis: Weitere Informationen über die IRKA und ihre Aktivitäten findet man auf www.alpenrhein.net
Was macht der Klimawandel mit dem Rhein?