Wir haben zwei Möglichkeiten: 1. Wir sparen Strom. 2. Wir beschaffen uns vermehrt Strom. Ersteres ist angesichts der laufenden Elektrifizierung wohl eine Illusion. Also bleibt die Beschaffung von Strom. Diesen können wir aus dem Ausland importieren. Und das tun wir aktuell sehr intensiv (W&O vom 31. März 2026: «Viel importiert – Stromgesetz scheitert im ersten Winter»)! Aktuell redet der grösste Schweizer Energiekonzern (Axpo) von drei bis vier zusätzlichen Gaskraftwerken für die Versorgungssicherheit im Winter. Doch Erdgas haben wir in der Schweiz keines. Dafür haben wir hier Wind und Sonne. Sie ergänzen sich sehr gut, weil es im Winterhalbjahr mehr Wind gibt als im Sommer. Das macht uns unabhängiger vom Ausland. Aber nur, wenn wir die Chance nutzen!
Noch Ende März sagte der Axpo-Chef Christoph Brand zur Windkraft: «Der lokale Widerstand geht sehr schnell zurück, wenn die Leute die Anlagen selbst erleben. (…) Wenn wir keine Windkraft wollen, setzen wir entweder auf mehr Gas oder eben auf Kernkraft. (…) Doch ein neues AKW ist im Bau sehr teuer. Die finanziellen Risiken sind für ein Unternehmen zu hoch.» Windkraft als Ergänzung zur Solarenergie bezeichnet er als ideal.
«Unabhängigkeit» und «Selbstständigkeit» sind in der Politik grosse Themen. Warum nicht auch bei der Energiebeschaffung?
Die Bevölkerung von Sevelen kann von der Windkraft dreifach profitieren: 1. durch günstigeren Strom, 2. durch die Bürgerbeteiligung am Gewinn, 3. durch das gute Gefühl, sauberen Strom aus der Region zu haben.
Die «Abstandsinitiative» würde diese Chance verhindern. So laufen wir Gefahr, dass eines Tages die Grosskonzerne die Windräder aufstellen und den Gewinn abschöpfen. Und dass wir vermehrt von ausländischen Energielieferanten abhängig sind und bleiben. Wir Lokalen hätten wieder nichts davon. Darum in Sevelen am 14. Juni: Nein zur Abstandsinitiative.
Urs Kaufmann, Saarweg 6, 9475 Sevelen
Wind – was sonst?