Während rund 170 Jahren stand das «Gärbi» als Armenhaus, Waisenhaus, Bürgerheim und Altersheim im Dienst der öffentlichen Hand. Nach dem Bezug des neuen Pflege- und Betreuungszentrums Büelriet wurde das bisherige Heim zurückgebaut.
Rund 20 Monate später erfolgte nun in hemdsärmeliger Runde der Spatenstich für die Wohnüberbauung Gärbi. Wie es in einer Mitteilung heisst, begrüsste Gemeinderat Harry Müntener, Leiter der Baukommission Areal Gärbi, seitens der Bauherrschaft die Vertreter der am Projekt beteiligten Unternehmen. Er zeigte sich erfreut darüber, dass der Planungs- und Bewilligungsprozess zügig vorangekommen ist und in Sevelen nun ein wichtiges Wohnprojekt realisiert werden kann.
Auch Till Roggel, Architekt der projektverantwortlichen Arge Itten + Brechbühl AG / Baukla Generalunternehmung AG aus St.Gallen, habe den Projektverlauf gewürdigt. Bauleiter Patrick Sturzenegger informierte über den aktuellen Stand: Nach der Baugrundverbesserung starten nun die Tiefbauarbeiten. Mit dem Abschluss der Rohbauarbeiten wird im Frühjahr 2027 gerechnet.
Interesse an Wohnungen ist bereits jetzt gross
Abgerundet wurden die Voten von Gemeindepräsident Eduard Neuhaus. Er dankte der Baukommission Areal Gärbi für ihren engagierten Einsatz und freute sich, dass die Gemeinde als Bauherrin wichtigen Wohnraum für die Bevölkerung schafft. Dass das Bedürfnis vorhanden ist, zeige die grosse Anzahl an Interessierten. Der Bezug ist ab Frühjahr 2028 vorgesehen.
Mit der Mehrgenerationensiedlung Gärbi entsteht mitten in Sevelen neuer, bezahlbarer Wohnraum. Das Projekt verbessere die künftige Wohnsituation in der Gemeinde. Gleichzeitig bleibt die zentral gelegene Parzelle langfristig im Besitz der öffentlich-rechtlichen Hand. Die Seveler Stimmbevölkerung sprach im September 2024 für die Überbauung einen Baukredit von rund 10,1 Millionen Franken.
Eingebettet in Freiflächen entstehen zwei kompakte, dreigeschossige Wohnhäuser mit insgesamt 24 Wohnungen kleinerer und mittlerer Grösse. Die Zweieinhalbzimmer- bis Viereinhalbzimmer-Wohnungen bieten Raum für unterschiedliche Lebenssituationen – für Familien, Alleinstehende, Alleinerziehende sowie Seniorinnen und Senioren. Freistehende Balkone dienen als Gartenzimmer, ragen leicht über die Gebäude hinaus und erhalten ein Vordach. Die Überbauung trage zudem dazu bei, dass ältere Generationen heute zu gross gewordene Wohnungen oder Häuser freigeben können – und damit neuer Wohnraum für junge Familien entsteht.
Überbauung profitiert von Fernwärmenetz
Zur Siedlung gehört eine gemeinsame Tiefgarage mit 25 Stellplätzen. Auf der gesamten Dachfläche ist Photovoltaik vorgesehen. Warmwasser und Heizung werden über einen Anschluss an das Fernwärmenetz der Ortsgemeinde Sevelen bereitgestellt. Auch bei der Umgebungsgestaltung wird auf Nachhaltigkeit und Aufenthaltsqualität geachtet: Vorgesehen sei eine langlebige, biodiverse und ansprechende Gestaltung mit hoher Aufenthaltsqualität.
Wohngemeinde stärken mit 28 bezahlbaren Wohnungen