Der Anteil der Asylsuchenden an der Gesamtzahl der ausländischen Wohnbevölkerung beträgt gerade mal 5 bis 6 Prozent, also eine kleine Minderheit. Zudem ist die Zahl der Asylgesuche seit Längerem rückläufig, in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 gab es 15 Prozent weniger Asylgesuche als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs, deshalb konnten auch schon mehrere Bundesasylzentren geschlossen werden.
Trotzdem würde man, falls die 10-Millionen-Initiative angenommen würde, ausgerechnet im Asylbereich die ersten einschränkenden Massnahmen treffen, dort also, wo es auf die Gesamtzahl der ausländischen, in der Schweiz lebenden Wohnbevölkerung praktisch keine Wirkung zeigen würde.
Für die Asylsuchenden selber aber hätte es gravierende Auswirkungen: Vorläufig aufgenommene Personen dürften keine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung und auch kein anderes Bleiberecht mehr erhalten, zudem würde der Familiennachzug massiv erschwert. Ausserdem müsste der Bundesrat bei gewissen internationalen Abkommen wie zum Beispiel der Europäischen Menschenrechtskonvention, der Genfer Flüchtlingskonvention und der UNO-Kinderrechtskonvention Neuverhandlungen aufnehmen, was in Bezug auf Menschenrechte erhebliche Verschlechterungen zur Folge haben könnte – auch dies wiederum hätte insbesondere für Asylsuchende am meisten negative Folgen.
Man gaukelt vor, mit der 10-Millionen-Initiative, wie es in der Propaganda der Initianten so schön heisst, die Schweiz zu «schützen». Tatsächlich würde sie aber zuallererst jene Menschen treffen, die, als Flüchtlinge aus Kriegs- und Notstandsgebieten, am allermeisten auf Sicherheit und Schutz angewiesen sind, selber aber über keine Lobby verfügen, welche ihre Interessen wirksam vertreten kann.
Wollen wir die humanitäre Tradition der Schweiz nicht aufs Spiel setzen, müssen wir daher am 14. Juni unbedingt ein Nein zur 10-Millionen-Initiative in die Urne legen.
Peter Sutter, Wiedenstrasse 32, 9470 Buchs
Die Schwächsten triffts am härtesten