Für Dialog statt Eskalation | W&O

Grabs 06.05.2026

Für Dialog statt Eskalation

Leserbriefschreiber Peter Gabathuler, Kantonsrat SVP, kritisiert die destruktive Stimmungsmache gegen das 55. St.Galler Symposium.

Von Peter Gabathuler
aktualisiert am 06.05.2026

Die aktuellen Aufrufe rund um das 55. St.Galler Symposium sowie die Vorkommnisse im Nachgang des 1. Mai geben Anlass zur Sorge.

In einer offenen Gesellschaft sind unterschiedliche Meinungen und Kritik selbstverständlich. Ebenso gehört das Recht auf friedliche Demonstrationen zu den Grundpfeilern unserer Demokratie. Was jedoch nicht akzeptiert werden kann, ist eine Entwicklung hin zu gezielter Eskalation, pauschaler Verunglimpfung und dem Versuch, Veranstaltungen zu stören oder zu verhindern.

Die Ereignisse rund um den 1. Mai, bei denen sich Gruppen gezielt von der eigentlichen Demonstration gelöst haben, um auf Konfrontation zu gehen, zeigen, wohin diese Dynamik führen kann.

Besonders bedenklich ist die zunehmende Stimmungsmache auf Social Media. Dort wird gezielt gegen das Symposium mobilisiert, teilweise aus politisch organisierten Kreisen heraus oder von solchen mitgetragen.
Das St.Galler Symposium ist eine Konferenz mit internationaler Ausstrahlung. Es bringt Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen und schafft Raum für Austausch, Innovation und neue Perspektiven. Solche Formate leisten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung unseres Kantons und stärken seine Position weit über die Region hinaus.

Wer solche Institutionen pauschal delegitimiert oder aus dem öffentlichen Raum drängen will, schwächt nicht nur den Anlass selbst, sondern auch den offenen Diskurs und den Fortschritt. Diese Institutionen verdienen Schutz und klare Unterstützung, gerade auch von der politischen Führung. Ich erwarte deshalb insbesondere von Stadtpräsidentin Maria Pappa eine klare Haltung zugunsten dieses Anlasses und gegen gezielte Eskalation und Stimmungsmache.

Wer Veränderungen fordert, sollte bereit sein, selbst Verantwortung zu übernehmen. Es ist einfach, von aussen zu kritisieren. Wesentlich anspruchsvoller und für unsere Gesellschaft deutlich wertvoller ist es, selbst Mehrwert zu schaffen und aktiv zum Fortschritt beizutragen.

St.Gallen braucht eine politische Kultur, die auf Respekt, Leistung und konstruktivem Dialog basiert, nicht auf Spaltung und Eskalation.

Peter Gabathuler, Kantonsrat SVP, Dorfstrasse 18, 9472 Grabs