Im St.Galler Kantonsparlament hat die Diskussion über die nachhaltige Betreuung der Bioreservate begonnen. Die Frage lautet: «Sollen der Kanton oder weiterhin die Gemeinden diese Verantwortung übernehmen?»
«Grosse Defizite» im St.Galler Naturschutz: «Die Gemeinden sind überfordert» (W&O 23. Februar 2026). Unter starker Mitfinanzierung von Bund und Kanton wurden in Gams Wildreservate eingerichtet. Allein die Revitalisierungen kosteten um die zehn Millionen. Nach Abschluss der Arbeiten wurde der Unterhalt den Gamser Behörden überlassen. Diese Unterhaltsarbeiten verlangen Sachkompetenz für Natur- und Umweltschutz. Der Gemeinderat ist überfordert: Biodiversitätsverlust und unsachgemässer Einsatz von Steuermitteln sind zu beklagen.
Drei Beispiele: Ein grosses langjähriges Bruthabitat der Eisvögel wurde ohne valablen Ersatz vernichtet.
Es ist abzusehen, dass die Biberpopulation in einigen Gebieten wegen unsachgemässer Hege bald nur noch mit Abschüssen zu regulieren ist. Im Toggenburg bestehen bereits politische Vorstösse zum Abschuss von Bibern.
In einem teuer revitalisierten Gewässer tummeln sich private Haustiere, die den Laich von Fischen, Amphibien und Reptilien als Gratisfutter wegfressen. Fotoreportage unter www.gams-verliert-das-gesicht.ch. Statt dieser unerlaubten, dreisten und egoistischen Inanspruchnahme staatseigener Gewässer Einhalt zu gebieten, dulden die Behörden diese Hatz gegen die Biodiversität. So werden die Absichten des Steuerzahlers zulasten der Tierwelt zunichte gemacht. Die Allgemeinheit hat Frösche, Reptilien und Fische bestellt und keine privaten Laufenten.
Andreas Lenherr, Haagerstrasse 8, 9473 Gams
Hatz gegen die Biodiversität