Der Vorstand der Genossenschaft Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost (VMMO) hat am Sonntag auf der Schwägalp gegen die Ernährungsinitiative Stellung bezogen, über die am 27. September abgestimmt wird. Wie der VMMO in einer Mitteilung schreibt, pflanzten die Milchbäuerinnen und Milchbauern auf rund 1300 Metern über Meer Kartoffeln. Damit wollten sie zeigen, dass sich nicht jede Grasfläche im Berggebiet sinnvoll für den Ackerbau eignet, und zugleich auf mögliche Folgen der Initiative für die Tierhaltung hinweisen.
Die Ernährungsinitiative fordert einen Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent. Der VMMO befürchtet, dass zur Erreichung dieses Ziels der Konsum tierischer Lebensmittel stark eingeschränkt und die Milchproduktion zurückgehen könnte. Die staatliche Einschränkung der Konsumfreiheit würde laut VMMO überdies zu höheren Preisen und mehr Einkaufstourismus führen.
Nach Ansicht der Genossenschaft sollte sich die landwirtschaftliche Nutzung nach Boden, Klima und Topografie richten. In Gebieten, in denen Ackerbau möglich sei, könne dieser betrieben werden. Grasflächen im Berg- und Alpgebiet seien dagegen besonders für die Haltung von Nutztieren geeignet. Ohne Nutztiere würden diese Gebiete zunehmend verbuschen und verwalden.
Der Anlass auf der Schwägalp trug den Titel «Tag des letzten Raclette» und bildete den Auftakt der VMMO-Kampagne gegen die Initiative. Die Genossenschaft vertritt nach eigenen Angaben rund 3800 aktive Milchproduzentinnen und Milchproduzenten in neun Kantonen der Ost- und Zentralschweiz sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Kartoffel-Protest auf der Schwägalp