Kinderbetreuung Sevelen in der Krise | W&O

Sevelen vor 13 Stunden

Kinderbetreuung Sevelen in der Krise

Der Verein Kitawas trennt sich von Mitarbeitenden. Leserbriefschreiberin Martina Schwendener stellt Fragen.

Von Martina Schwendener
aktualisiert vor 13 Stunden

Die Gemeinde Sevelen hat ihre eigene Kinderbetreuung Gadretsch mit einer sehr hohen Auslastung und bestehender Warteliste per 1. Januar 2026 an den Verein Kitawas übergeben. Mit dieser Übergabe wurden mehrere Ziele verfolgt: eine finanzielle Entlastung der Gemeinde, eine effizientere Planung der Personalressourcen, fachlicher Mehrwert für die Mitarbeitenden. Bereits im Vorfeld dieses Entscheids herrschte unter den Mitarbeitenden (ehemalige Mitarbeitende der KIBE Gadretsch) grosse Unsicherheit, sowohl hinsichtlich der Stabilität der Einrichtung als auch bezüglich der fachlichen Qualität nebst ihrer eigenen beruflichen Zukunft. Einige sahen sich unter diesem Druck gezwungen, ihre Stelle eigenständig zu kündigen.

Nun, rund sechs Monate nach der Übergabe, hat der Verein Kitawas den verbliebenen Mitarbeitenden (ehemals KIBE Gadretsch) mitgeteilt, dass es aufgrund der wirtschaftlichen Situation zu Kündigungen kommen wird. Inzwischen wurden diese bereits ausgesprochen und umgesetzt. Diese Entwicklung wirft grundlegende Fragen auf: Wurden die Konsequenzen der Übergabe an den Verein Kitawas ausreichend geprüft? Hat die zuständige Führungsebene ihre Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden genügend wahrgenommen? Wurde die Situation realistisch eingeschätzt?

Die Leidtragenden sind in erster Linie die Mitarbeitenden, die seit der Übergabe an den Verein Kitawas über Monate hinweg mit Unsicherheit, Existenzängsten und nun auch mit konkreten Kündigungen zu kämpfen haben. Am meisten betroffen sind jedoch die Kinder, die auf Stabilität, Sicherheit und eine konstant hohe Qualität in der Betreuung angewiesen sind. Diese Werte werden zwar stets betont, doch ob sie unter den aktuellen Umständen tatsächlich gewährleistet werden können, erscheint fraglich.

Eine solche negative Entwicklung betrifft nicht nur die Institution selbst, sondern belastet die gesamte Gemeinde. Wenn etwas gut funktioniert, warum wird es komplett verändert? Viele Versprechungen wurden gemacht, traurigerweise nicht eingehalten. Alles auf Kosten der Mitarbeitenden, was direkte Auswirkungen auf die Qualität der Betreuung und damit auf die Kinder hat. Als Steuerzahlerin trage ich die finanziellen Konsequenzen unabhängig davon, ob die Qualität stimmt oder nicht und ob das Defizit steigt oder sinkt.

Angesichts der aktuellen Entwicklung ist zu befürchten, dass die Defizitgarantie durch Gemeindebeiträge bereits nach kurzer Zeit höher ausfällt. Wo bleibt der Blick auf die Zielverfolgung? Was ich mir für die Zukunft wünsche, ist eine nachhaltige und verlässliche Qualität der Kinderbetreuung. Diese Verantwortung dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, wir sind es unseren Kindern schuldig.

Martina Schwendener, Rheinstrasse 50, 9475 Sevelen