Nach dem deutlichen Ja zur Doppel-Mehrzweckhalle: So geht es nun weiter | W&O

19.06.2022

Nach dem deutlichen Ja zur Doppel-Mehrzweckhalle: So geht es nun weiter

An der heutigen Abstimmung haben sich die Stimmberechtigen der Gemeinde Sennwald deutlich für die Ausarbeitung eines Projektes für eine Doppel-Mehrzweckhalle entschieden. Von total 3287 Stimmberechtigten fanden 1093 den Weg an die Urne.

Von Armando Bianco/Corinne Hanselmann
aktualisiert am 28.02.2023
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Die Stimmberechtigten der Gemeinde Sennwald geben einer Doppel-Mehrzweckhalle den Vorzug gegenüber einer Einfach-Mehrzweckhalle beim Schulhaus Türggenau in Salez. Dies zeigte die Urnenabstimmung vom Sonntag. Um ein klares Ergebnis zu erhalten, waren drei Fragen notwendig. Der Ausarbeitung eines Projekts für eine modifizierte Einfachhalle stimmten 376 Personen (34,6 Prozent) zu, 582 (53,4 Prozent)lehnten dies ab. 132 Personen legten ohne Antwort ein. Der Ausarbeitung eines Projekts für eine Dop­pelhalle stimmten 728 Stimmberechtigte (66,8 Prozent) zu, 320 (29,35 Prozent) sagten Nein. 42 Personen legte ohne Antwort ein. Die dritte Abstimmungsfrage lautete: Falls beide Anträge angenommen werden, welchem Projekt möchten Sie den Vorzug geben? Hier erhielt das Projekt 2 mit 694 mehr Stimmen als das Projekt 1 mit 335. 61 Personen legten ohne Antwort ein. Die Stimmbeteiligung lag bei 33,2 Prozent. Da sich der Gemeinderat eine freie Entscheidung durch die Bürgerschaft gewünscht hatte, sah er im Vorfeld ausdrücklich davon ab, eine Abstimmungsempfehlung abzugeben.

Für Paul Koch ein politisch richtungsweisendes Signal

Paul Koch, Präsident der Interessengemeinschaft Mehrzweckhalle (IG MZH), war heute sehr glücklich über den klaren und für ihn nachvollziehbaren Entscheid. Das Projekt ermögliche die Chance auf einen sinnvollen und vielseitig nutzbaren Treffpunkt für alle Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Sennwald. «Diese Abstimmung war ein politisch richtungsweisender Entscheid. Der Ball liegt nun bei der Gemeinde», sagt er auf Anfrage des W&O. «Natürlich gibt die Behörde den Weg und das Tempo vor. Wir von der IG haben uns im Vorfeld für eine Zusammenarbeit angeboten, damit es eine durchdachte Sache mit Händen und Füssen wird. Intern wurde viel Vorarbeit geleistet, das sollte man nutzen, damit es eine Halle für die ganze Gemeinde wird.» Die IG MZH hatte sich 2020 aus mehreren Vereinspräsidenten in der Gemeinde Sennwald formiert. Seither setzte sich die IG dafür ein, dass als Ersatz für die bald 40-jährige Turnhalle Türggenau nicht wie vorgesehen nur eine Einfachturnhalle gebaut wird.

Bertrand Hug: «Das Projekt sauber ausarbeiten»

Nachdem das Ergebnis dieser Grundsatzabstimmung vorliegt, will der Gemeinderat die Projektplanung für den Hallenersatz starten. Das auszuarbeitende Projekt wird der Bürgerschaft schliesslich wieder zur Abstimmung unterbreitet. Bertrand Hug, Gemeindepräsident von Sennwald, spricht gegenüber dem W&O von einem klaren Resultat, das es nicht zu hinterfragen gibt. «Die Bürgerschaft hat entschieden.» Überrascht war er von der eher geringen Stimmbeteiligung in der Höhe von 33,2 Prozent.
Ich ging davon aus, dass das Thema weit mehr Bürgerinnen und Bürger interessiert und diese an die Urne gehen.
Wie sieht nun der Fahrplan aus Sicht der Behörde aus? «Wir werden uns das Vorhaben im Rat nochmals genau anschauen. An der Informationsveranstaltung vor einigen Wochen haben wir interessante Voten aus der Bürgerschaft gehört, die wir gerne mitnehmen.»

Südlich von der Türggenau wird es nichts geben

Gedanken müsse man sich nun in erster Linie wegen des Standorts machen. «Südlich von der Türg­genau wird es nichts geben, das ist für mich klar.» Es sei sehr wichtig, das Projekt genauestens zu durchleuchten und auszuarbeiten, damit es vor der Bürgerschaft dereinst auch wirklich durchkommt – «alles andere wäre schade um das Geld». Bertrand Hug geht davon aus, dass die Steuern nicht angehoben werden müssen, weist aber darauf hin, dass ein solch grosses Projekt «auch langfristige Kosten mit sich bringt». Die Halle müsse so gebaut werden, dass sie von allen nutzbar ist, «darum spielt auch die Akustik für mich eine Rolle». Wie und ob man mit der Interessengemeinschaft zusammenarbeiten werde, lasse sich noch nicht sagen – «ich schliesse aber zum jetzigen Zeitpunkt niemanden aus».