Es ist wie im richtigen Leben – plant jemand für seine Zukunft eine grosse Investition, sind alle nötigen Parameter realistisch zusammenzutragen. Die zentralen Voraussetzungen sind: Was genau kann ich mir leisten, wie viel Eigenkapital habe ich zur Verfügung sowie eine realistische Einschätzung, wie hoch sich mein zukünftiges Einkommen entwickeln kann. Mit diesen Informationen kann ich als Privatperson dann bei der Bank vorsprechen.
Ich muss zugeben, dass mir das Wissen fehlte, wie sich die 27 Millionen teure Investition für die neue Doppelmehrzweckhalle auf unsere Gemeindefinanzen auswirkt. Der Dank geht deshalb an alle politischen Parteien unserer Gemeinde für das parteiübergreifende Informationsblatt an alle Haushaltungen, das nun Klarheit über die zukünftige finanzielle Belastung des vorliegenden Mehrzweckhallen-Projektes gebracht hat.
Die geplante Doppelmehrzweckhalle widerspricht in der jetzigen Variante jeglicher finanzpolitischen Vernunft. Im Verhältnis zur Nutzfläche ist dieses Projekt im schweizweiten Vergleich beispiellos teuer.
Nun befindet sich die Gemeindebehörde vor ihrem Geldgeber, der ihr die Überdimensionierung ihrer Vorstellungen vor die Augen hält. Wie in anderen Leserbriefen schon mehrheitlich ausgeführt, wäre auch ein Nein keine Absage an die Schulen und deren wichtige Entwicklung, sondern ein klares Nein zu diesem völlig überteuerten und intransparenten Projekt, das wir uns nicht leisten können.
Wünschenswert wäre, dass zukünftig bei finanziell ausserordentlichen Projekten für die Erarbeitung von Bedarfsgrundlagen und Analysen von Anfang an Fachleute und Bürger angemessen miteinbezogen würden. Dies würde womöglich auch verhindern, dass der Bürger nur vier Wochen vor der Abstimmung das erste Mal vernimmt, wie viel mehr Steuern er in Zukunft zu zahlen hat.
Ernst Tinner, Tina 3, 9467 Frümsen
Nein zu einer Doppelmehrzweckhalle, die wir uns nicht leisten können