Tragbarkeit der Doppelhalle | W&O

Sax vor 13 Stunden

Tragbarkeit der Doppelhalle

Für Leserbriefschreiber Reto Walter steht fest: Der Bau der neuen Doppelmehrzweckhalle in Salez kann sich die Gemeinde nicht leisten.

Von Reto Walter
aktualisiert vor 13 Stunden

Am 14. Juni entscheidet die Bürgerschaft von Sennwald über den Baukredit für die neue Doppelmehrzweckhalle in Salez. Ein nüchterner Blick auf die Zahlen des offiziellen Gutachtens zeigt die finanzielle Tragweite: Die Hauptvorlage kostet  28’328’000 Franken, die Variante ohne Aussensportanlagen 26’966’000.

Die eigentliche Belastung entsteht nach dem Bau. Über 30 Jahre hinweg führt das Projekt zu jährlichen Abschreibungen von rund 900’000 Franken. Zusammen mit den Zinsen und den erheblichen Betriebskosten – inklusive einer personellen Aufstockung der Hauswartung – binden diese Ausgaben über Jahrzehnte massive Mittel. Ein klarer Bedarfsnachweis für diese Hallengrösse fehlt im Gutachten völlig. Trotz der geplanten Event-Infrastruktur wie Bühne, Lichttechnik und Küche werden keinerlei Einnahmen erwähnt – ein deutliches Indiz für das fehlende wirtschaftliche Bedürfnis. Diese dauerhaften Folgekosten treffen auf eine Gemeindekasse mit einem strukturellen Defizit.

Der aktuelle Steuerfuss von 70 Prozent kann nur gehalten werden, weil jährlich bis zu sieben Millionen Franken aus dem Eigenkapital entnommen werden. Laut den offiziellen Prognosen schmilzt dieses Ersparte bis zum Jahr 2030 auf einen Restwert von zirka acht Millionen Franken zusammen. Ist dieses Polster aufgebraucht, wird ein sofortiger Steuerfussanstieg auf über 120 Prozent zur Realität für alle Einwohnerinnen und Einwohner. Die kumulierten Kosten der Halle blockieren dringend benötigten finanziellen Spielraum für andere, unumgängliche Projekte wie zum Beispiel den anstehenden ARA-Zusammenschluss und schlagen sich direkt in dauerhaften Steuerfussprozenten nieder.

In unserer aktuellen Finanzlage ist diese Grossinvestition unvernünftig. Ein konsequentes «2x Nein» an der Urne ist daher unumgänglich. Es bewahrt uns vor einer unhaltbaren Langzeitbelastung und öffnet gleichzeitig die Tür für ein redimensioniertes, den nachgewiesenen Anforderungen entsprechendes Nachfolgeprojekt, das für unsere Gemeinde finanziell tragbar ist.

Reto Walter, Burgberg 9, 9468 Sax