Überteuerte Doppelhalle ohne Bedarf | W&O

Salez vor 2 Stunden

Überteuerte Doppelhalle ohne Bedarf

Leserbriefschreiber Hansjakob Bohl erteilt dem geplanten Neubau der Doppelmehrzweckhalle in Salez eine Absage.

Von Hansjakob Bohl
aktualisiert vor 2 Stunden

Der geplante Neubau der Doppelmehrzweckhalle in Salez ist ohne Zweifel ein wichtiges Projekt für die Gemeinde Sennwald. Dass die bestehende Turnhalle durch eine moderne und erweiterbare Lösung ersetzt werden soll, ist grundsätzlich nachvollziehbar. Nun sind Investitionen von 28,3 Millionen Franken geplant, wobei die Kosten für den Rückbau der bestehenden Halle noch nicht berücksichtigt wurden.

Trotz der Zustimmung der Bürgerschaft am 24. September 2023 für eine Doppelmehrzweckhalle ist der Gemeinderat bis heute einen quantitativen Bedarfsnachweis für die Erweiterung unter Einbezug aller bestehenden Anlagen in den fünf Dörfern der Gemeinde zu Auslastung, Schulbetrieb, Vereinsnutzung und zukünftiger Entwicklung schuldig geblieben. Bedürfnisse sind realistisch einzuschätzen und Projekte nicht grösser als nötig zu planen. Ein solches Vorgehen würde helfen, Vertrauen zu schaffen.

Zudem wünschen sich die Bürgerinnen und Bürger mehr Transparenz nicht nur zu den Investitionskosten, sondern auch zu den künftigen Unterhaltskosten sowie deren Auswirkungen auf den Steuersatz. Genau diese Frage beschäftigt viele Steuerzahlende, die transparente und nachvollziehbare Zahlen fordern. Es genügt nicht, lediglich die heutigen Baukosten und den Nutzen zu präsentieren, sondern es müssen auch die zusätzlichen laufenden Ausgaben deklariert werden.

Entscheidend ist, dass der Gemeinderat offen darlegt, wie sich das Projekt auf die finanzielle Entwicklung der Gemeinde in den nächsten Jahren auswirkt und wie viel die kommende Generation durch höhere Steuern zu zahlen hat. Sie erwarten vom Gemeinderat zu Recht einen Finanzplan über die längerfristigen Auswirkungen auf den Steuersatz der Gemeinde – und zwar anhand verschiedener realistischer Szenarien. Gerade in Zeiten steigender Ausgaben ist ein haushälterischer Umgang mit Steuergeldern umso wichtiger, und es muss sorgfältig geprüft werden, welche Investitionen wirklich notwendig sind. Eine moderne Infrastruktur muss auch für die Zukunft finanziell tragbar bleiben. Auch der Nachweis, ob eine Doppelturnhalle notwendig ist oder allenfalls eine kostengünstigere, erweiterbare Lösung ausreichen würde, ist substanziell.

Für einen verantwortungsvollen Entscheid zählt nicht nur, Chancen und Nutzen zu kennen, sondern auch deren finanzielle Folgen. Nur so wird das Vorhaben eine breite Unterstützung erhalten. Deshalb stimme ich Nein zu einem überteuerten Projekt und sende es zurück an den Verfasser mit der Erwartung auf einen kostenverträglicheren, ausgereiften Vorschlag.

Hansjakob Bohl,  Ringweg 2, 9469 Haag