Unnötige Abstimmung | W&O

vor 51 Minuten

Unnötige Abstimmung

Aus Sicht von Fred Tischhauser ist die Abstimmung über die sogenannte Abstandsinitiative in Sevelen unnötig, weil der Kanton eine entsprechende Änderung im Baureglement nicht genehmigen würde.

Von Fred Tischhauser
aktualisiert vor 51 Minuten

Am 14. Juni 2026 können die Sevelerinnen und Seveler über die sogenannte Abstandsinitiative (Verhinderungsinitiative) abstimmen. Die Abstimmung zur geplanten Windkraftanlage ist völlig unnötig. Für die Abstände von Windmühlen ist der Kanton zuständig, und nicht jede Gemeinde kann selber Abstandsvorschriften erlassen. In der Gemeinde Wartau hat der Gemeinderat entschieden, eine solche Vorlage nicht zur Abstimmung zu bringen. In Sevelen hat der Gemeinderat leider anders entschieden. Die Vorbereitung für diese Abstimmung hat die Gemeinde schon ungefähr 7000 Franken gekostet – völlig unnütze Ausgaben. Bei einem Nein kann das gesetzlich richtige Verfahren gestartet werden.

Am 21. Mai hat die Gruppe Rückenwind Sevelen zu einer Veranstaltung in den Gemeindesaal eingeladen. In einem super Referat hat der Bürgermeister Günter Mögele aus Wildpoldsried über die mehr als 30-jährige Erfahrung seiner Gemeinde mit Windkraftanlagen, mit Bürgerbeteiligung sehr ausführlich referiert. Obwohl die Voraussetzungen nicht so gut sind, wie sie in Sevelen und Wartau wären, hat sich die Beteiligung für die Gemeinde und die Bürgerschaft gelohnt. Die Gemeinde, die Vereine und auch die Feuerwehr können aus dem Gewinn der Anlagen sehr gut finanziell  unterstützt werden.

Rolf Domenig, Projektleiter Windpark Wartau, hat über das gestartete Projekt der Gemeinde Wartau orientiert. Dort sind die politische Gemeinde, das EWW und die Ortsgemeinde in das Projekt involviert und an der Aktiengesellschaft beteiligt. Warum in Sevelen der Ortsverwaltungsrat nicht aktiv an diesem Zukunftsprojekt mitmacht, ist mir völlig, völlig unerklärlich. Als ehemaliger Ortspräsident bin ich überzeugt, dass eine grosse Mehrheit der Ortsbürgerschaft diese Projektplanung unterstützen würde. 

Darum empfehle ich, am 14. Juni ein Nein zu dieser Verhinderungsinitiative. Bei einem Ja würden viel Arbeit und auch Kosten auf die Gemeinde zukommen, und die vorgeschlagene Änderung des Baureglements würde vom Kanton sicher nicht genehmigt.

Fred Tischhauser, Büelstrasse 5, 9475 Sevelen