Windkraftanlagen und ihre Folgen für die Landwirtschaft in Sevelen | W&O

Sevelen vor 7 Stunden

Windkraftanlagen und ihre Folgen für die Landwirtschaft in Sevelen

Landwirte aus Sevelen können sich mit einem Windkraftprojekt nicht anfreunden.

Von Andreas Giger und weitere Landwirte
aktualisiert vor 7 Stunden

Als Landwirte aus Sevelen möchten wir unsere grosse Sorge über ein mögliches Windradprojekt in unserer Gemeinde zum Ausdruck bringen. Grundsätzlich stehen wir der Energiewende positiv gegenüber – doch die geplanten Anlagen bringen für uns erhebliche Nachteile mit sich, die bisher kaum berücksichtigt wurden.

Unsere wichtigste Grundlage ist das Kulturland. Der Bau von Windrädern bedeutet jedoch Kulturlandverlust durch die Fundamente, die Zuwege und die schweren Bauanfahrten. Zudem würden wertvolle Böden verloren gehen, die sich optimal für den Gemüseanbau eignen und für die regionale Versorgungssicherheit entscheidend sind.

Besonders kritisch ist, dass der geplante Standort in einem ausgewiesenen Grundwasserschutzgebiet liegt. In solchen Bereichen gelten strenge Vorgaben, da Eingriffe wie tiefe Erdarbeiten, Leitungsbau oder Bodenverdichtungen die natürlichen Wasserflüsse verändern und die Qualität des Grundwassers gefährden können – eine zentrale Ressource für unsere Bewässerung.

Für die Landwirtschaft, insbesondere für den Gemüsebau, hätte das Projekt weitreichende Folgen. Windkraftanlagen benötigen grosse Sicherheitsabstände, Zufahrtswege und Montageflächen. Diese Flächen fallen während der Bauphase und teilweise dauerhaft für den Anbau weg. Hinzu kommt die Belastung der Böden durch schwere Maschinen, die zu Verdichtungen führen und langfristig Erträge mindern.

Der Betrieb der Anlagen bringt weitere Herausforderungen mit sich. Schattenwurf und Turbulenzen können Mikroklimata verändern und empfindliche Kulturen zusätzlich belasten. Zudem wird das Thema Lärmemissionen häufig unterschätzt. Wenn der Verkehr auf der Autobahn abnimmt, ist das Windradrauschen deutlich hörbar – und das beim Betrieb dauerhaft.

Aus all diesen Gründen können wir uns mit einem möglichen Projekt nicht anfreunden. Wir möchten gehört werden und wünschen uns eine Planung, die Landwirtschaft, Naturschutz und Energiegewinnung gleichwertig berücksichtigt.

Deshalb empfehlen wir den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern, die Abstandsinitiative am 14. Juni 2026 anzunehmen, damit Landwirtschaft, Grundwasser und Wohnqualität auch künftig verlässlich geschützt bleiben.

Andreas Giger, Auhof 1689, 9475 Sevelen; Christian Litscher, Bergerneugut; Jakob Lippuner; Stefan Litscher; Christian Litscher, Islabell; Christian Vetsch; Lukas Schwendener; Thomas Schwender; Michael Spitz; Michael Zogg; Hansruedi Moser; Niklaus Vorburger