Der selbsternannte Hoheprieser des Konservatismus | W&O

Buchs / Schweiz / Ausland 09.09.2026

Der selbsternannte Hoheprieser des Konservatismus

Im Mantelteil des W&O erschien am 5. September ein grosses Interview mit dem Autor und früheren SRG-Generaldirektor Roger de Weck. Leserbriefautor Gallus Erne teilt dessen Kritik gegen die Rechtsaussenparteien ganz und gar nicht.

Von Gallus Erne
aktualisiert am 09.09.2026

«‹Die CDU implodiert, wenn sie sich auf die AfD einlässt›», Ausgabe vom 5. September

Mit dem grossspurigen Beitrag in der samstäglichen Ausgabe «Europa im Wandel» von und mit dem Selbstdarsteller Roger de Weck ist nun ein besonderer Akt von Realitätsverweigerung gelungen. Die totale Verkennung der Tatsache etwa, dass der Souverän, die mündigen Wählerinnen und Wähler, sich nicht mehr alles vom Machtkartell der Parteien, Medien und Non-Profit-Organisationen bieten lassen. Was da unter anderem im für uns entscheidenden Nachbarland Deutschland abgeht, ist nur noch unfassbar.

Die Altparteien und staatsfinanzierten NGO sind in absoluter Panik und schlagen in der Innen- und Aussenpolitik nur noch um sich. Dabei ist ihnen jedes Mittel der Lügen, Diffamierungen und verfassungswidrigen Aktionen recht. Statt für die Zukunft und Sicherheit der Bürger, vor allem der nachfolgenden Generationen, vorzusorgen, plündern sie den Staatshaushalt und die Rentenkassen in Milliardenhöhe. Der Missbrauch dieser vom Steuerzahler alimentierten Fonds ist astronomisch und wird für äusserst fragwürdige Projekte im Ausland und für Rüstungsaufbau ja, Kriegshandlungen fehlgeleitet.

Alarmierend ist dabei, dass vor allem die Sozialdemokraten (unter der inkompetenten Führung des total überforderten Finanzministers) die wesentlichen Treiber sind. Gleichzeitig, man muss leider diese starken Worte verwenden, herrscht Totalversagen in allen wesentlichen Regierungsstrategien, so unter anderem in der Wirtschafts-, Sozial-, Sicherheits-, Innen- und Aussenpolitik. Das Vertrauen des Souveräns ist zerstört. Die Länder sind de facto bankrott.

Wenn nun de Weck im seltenen Akt der Selbsterkenntnis den vorgenannten Artikel mit «Die CDU implodiert, wenn sie sich auf die AfD einlässt» betitelt, hat er sich demaskiert. Die CDU ist eine Wankelpartei und reibt sich an der konservativen AfD auf. Indem de Weck unverhohlen Front gegen AfD und SVP bezieht, desavouiert er sich selbst. Seine Handlungsweise ist konservativ im rein bewahrenden Sinne. Aus Angst um die (kaum verdienten) Diäten, Renten, Aufwandsentschädigungen etc. verteidigen die Politiker, Medieneliten und NGO-Fürsten ihre Privilegien gegen den dummen Steuerzahler. De Weck plädiert theoretisch für freie Medienarbeit. Allerdings hat er die Redaktion der «Republik» ziemlich brüsk verlassen. Dann berät er immer noch (zwangsfinanzierte) «Leitmedien» wie ARD, ZDF etc. strategisch. 

Zugleich bekämpft er die scharf, aber präzis recherchierenden freien Info-Plattformen wie Apollo und NIUS etc. So nebenbei riet de Weck 2025 im NZZ-Standpunkt den Sozialdemokraten, die Regierung zu verlassen. Die SP ist ja so umfassend staatstragend. Dann profiliert er sich mit einer Fundamentalkritik am Bundesrat. Roger Köppel, den scharfen Analysten, nennt er einen Propagandisten Putins. Die NZZ bleibe trumpistisch. Die SVP setze auf Radikalität statt Stabilität. Substanzlos das Ganze – oder nicht? An Sendungs- und Selbstbewusstsein fehlt es de Weck wahrlich nicht. Und auch im W&O hat er eine ideale Werbeplattform für sein bald erscheinendes Buch.

Gallus Erne, Kerbelstrasse 20, 9470 Buchs